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NO WAR NO COMMUNISM IN VIETNAM =NO COMMUNISM IN VIETNAM, NO WAR

NO WAR NO COMMUNISM IN VIETNAM =NO COMMUNISM IN VIETNAM, NO WAR

KRIEG :

  • Der Vietnam Krieg war ein von Kommunisten gesteuerter  Partisanenkrieg  vom  1955 bis 1975 gegen die Südvietnamesen .
  • Während des Vietnamkriegs  starben in Südvietnam etwa viermal so viele Zivilisten wie Soldaten unter der Hand der kommunistischen Partisanen . Ein Beispiel: beim Massaker in der Tet Offensive 1968 ermordeten  die nordvietnamesischen Soldaten  knapp 15.000 Zivilisten in Huế ,  darunter auch vier deutsche Staatsbürger: die drei Medizinprofessoren Horst-Günther Krainick und seine Ehefrau , Alois Alteköster , Raimund Discher .

FRIEDEN:

  • Nach der Wiedervereinigung  Vietnams wurden unter der Führung der kommunistischen Nordvietnams  2,5 Millionen Südvietnamesen meist ohne jeden Grund inhaftiert , etwa 165.000 starben in den Umerziehungslagern, tausende wurden illegal von ihren Wärtern zu Tode gefoltert oder vergewaltigt, etwa 200.000 Südvietnamesen wurden hingerichtet.
  • Nach der Wiedervereinigung  flüchteten fast  zwei  Millionen Vietnamesen per Boot über das Meer  aus Vietnam, davon circa 250.000 Boatpeople fanden im Meer den Tod
  • Seit  43 Jahren nach der Wiedervereinigung   leidet das vietnamesische Volk immerhin unter der Machenschaft der Kommunisten : katastrophale  Menschenrechtslage, Unterdrückung Andersdenker, gewaltsame Angriffe auf Menschenrechtsverteidiger, Land Grabbing…
  • Die aktuellen Zahlen : Schätzungsweise 200  politische Häftlinge sitzen derzeit in Gefängnissen. Amnesty spricht von Folter: Schläge, Elektroschocks, Einzelhaft ohne Kontakt zur Außenwelt. Im Pressefreiheitsindex liegt Vietnam auf Platz 174 von 180. Reporter ohne Grenzen nennt Vietnam „nach China das zweitgrößte Gefängnis für Blogger und Netzbürger“

Mord an der Menschlichkeit

Ein Nachruf auf die deutschen Ärzte von Hué
12. April 1968, 7:00 UhrAktualisiert am 21. November 2012, 17:12 Uhr

Von H. C. Nonnemann

Mitte März 1966 landete ich zum erstenmal, zusammen mit einem Teil einer deutschen Regierungsdelegation, auf dem kleinen Flugplatz in Hué. Wir wollten die deutschen Ärzte besuchen, die dort an der Universität die Medizinische Fakultät aufbauen halfen. Vom Flughafengebäude, dessen Silhouette entfernt an ein märkisches Bauernhaus erinnerte, kamen uns Professor Krainick, der Kinderarzt, und Dr. Discher, der Internist entgegen.

Uns Vietnam-Neulingen war damals diese Hué-Reise in einer DC 6 der Air Vietnam gefährlich erschienen. Aber die Deutschen in Hué versicherten uns, sie fühlten sich so sicher wie in Abrahams Schoß. Doch nachts fuhr uns Dr. Discher stets mit seinem alten Volkswagen ins Hotel zurück, das zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen gewesen wäre. In seinem Auto wären wir sicherer, überredete er uns: denn niemand kenne uns, alle aber ihn und seinen VW.

Professor Krainick und Dr. Discher stritten damals verbissen darum, ihre Arbeit in Hué fortführen zu können. Fünf Jahre lang hatten sie unvorstellbare Schwierigkeiten überwunden, die der Aufbau der Fakultät mit sich brachte – Dr. Discher zum Beispiel hatte über ein Jahr dazu gebraucht, in den von ihm betreuten Pavillon des Krankenhauses fließendes Wasser gelegt zu bekommen. Aber noch aufreibender waren die Kämpfe mit den Behörden in Bonn und Saigon. Zeitweise wußten die deutschen Ärzte in Hué nicht einmal, von wem sie bezahlt würden – und ob überhaupt. Die südvietnamesische Regierung, der Hué immer suspekt war, besonders seine Buddhisten und Studenten, zeigte im besten Fall eine mißtrauische Indifferenz; manchmal sperrte sie notwendige Mittel und Unterstützung. Und die Bundesrepublik nahm zeitweise gar nicht von den deutschen Ärzten Notiz.

So mühten sie sich zäh und unbeirrt ab: nicht für Bonn und nicht für Saigon, sondern weil sie das Leiden des vietnamesischen Volkes zu ihrer eigenen Sache gemacht hatten; weil in diesem Land ein Arzt fünfzehntausend bis zwanzigtausend Einwohnern gegenübersteht; weil allein die Ausbildung von vietnamesischen Ärzten die ärztliche Versorgung der Bevölkerung auf die Dauer verbessern konnte. Sie blieben, wenn auch oft die Schwierigkeiten unüberwindlich erschienen. Tag um Tag, Woche um Woche begannen sie von neuem. Ihre Patienten und Studenten dankten es ihnen.

Als ich dann im September 1966 mit dem deutschen Hospitalschiff „Helgoland“ nach Vietnam zurückkehrte, ergab sich spontan eine freundschaftliche Zusammenarbeit, besonders mit Dr. Discher, soweit das bei den spärlichen Kommunikationsmöglichkeiten in diesem Land überhaupt möglich war. Ich habe diese vietnamerfahrenen Ärzte gern um Rat gefragt und manches von ihnen gelernt. Anfang 1967 kam auch Dr. Alteköster nach Vietnam und arbeitete in Hué.

Ein letztes Mal traf ich Dr. Discher im Juni 1967. Auf der vielbeschriebenen Terrasse des Hotel Continental in Saigon schmiedeten wir Pläne, wie wir die Bürokratie überlisten und die Medizinische Fakultät in Hué trotz aller entmutigenden Rückschläge weiter ausbauen könnten. „Ihnen geht es wahrscheinlich genauso wie mir,“ sagte Dr. Discher. „Eines Tages merkt man, daß man dieses eigenartige Land und dieses Volk liebt und an ihm hängt.“

Meine eigene Abreise aus Vietnam rückte näher. Bei der Hochzeit eines Kollegen, hoch oben auf dem Dachgarten des Hotel Caravelle, stand ich mit Dr. Alteköster am Geländer. Man sieht da weit über Saigon und die Provinz Gia Dinh. Am Horizont standen die Leuchtkugeln, die „spooky“, – das nächtliche Patrouillenflugzeug, – in langer Reihe abwarf. „Ich werde noch bleiben“, sagte Dr. Alteköster.

Am 4. Februar 1968 wurden die deutschen Ärzte in Hué als vermißt gemeldet; die Offensivwelle der Nationalen Befreiungsfront hatte sie überrollt. Der vierte Arzt aus Hué, Dr. Wulff, bereits Anfang Dezember nach Europa zurückgekehrt, hielt indessen in Deutschland Vorträge unter Vietcong-Fahnen.

Aber niemand, der mit den Verhältnissen vertraut war, mochte glauben, daß die Vermißten nicht bald wieder auftauchen würden. Hatten sie nicht jahrelang für die Vietnamesen gelebt? Hatten sie nicht jede Woche Krankenstationen im sogenannten Vietcong-Gebiet betreut? Wir alle glaubten, daß sie irgendwo im Dschungel Verwundete versorgten. Das war angesichts der Tatsache, daß es für die ungezählten Verwundeten im zerstörten Hué nur drei Ärzte gab, eine beunruhigende, aber doch eine begreifliche Vorstellung.

Erst am 3. April traf die Nachricht in Deutschland ein, daß Professor Krainick und seine Frau, Dr. Discher und Dr. Alteköster in einem Massengrab bei Hué gefunden wurden, ermordet von den Truppen der Nationalen Befreiungsfront; den Truppen jener Bewegung also, die so vielen als die legitime Vertretung des Volkes erscheint, für das diese Ärzte viele Jahre gelebt und gearbeitet hatten.

Das offizielle Bonn war betroffen und hatte vor allem einen Impuls: sich zu rechtfertigen. Diese Ärzte seien ja schon vor Monaten zurückgerufen worden und nur auf eigene Bitten hin und aus eigenem Entschluß dort geblieben; man werde für alles sorgen, die Leichen und die Hinterbliebenen; man überlege, ob nicht die personelle Hilfe in Vietnam ausschließlich durch materielle Hilfe ersetzt werden könne.

So lebt jeder in seiner Welt. Menschlichkeit durch Material ersetzen? Diesen Menschen, die von keiner der an diesem Krieg beteiligten Parteien geschont werden, Geld anstatt Ärzten anbieten?

In jener Welt, in der die drei deutschen Ärzte in Hué zu Hause waren, lassen deren Leben und Tod nur eines sinnvoll erscheinen: die Fackel da weiter zu tragen, wo sie ihnen entglitt, die Arbeit für die Elenden dieser Welt da fortzuführen, wo sie jene aufgeben mußten.

In einer Zeit, in der Hunderttausende auf den Straßen Europas und Amerikas den Begriff Vietnam zum Schlagwort machen und für die Erneuerung des Menschen demonstrieren, haben diese drei Ärzte so viel für die Menschlichkeit geleistet, daß sich der Zeiger der Waage weit auf ihre Seite neigt. Wie viele Menschenleben haben alle Demonstrationen zusammen in Vietnam erhalten? Wie viele hat jeder einzelne der drei Ärzte erhalten können?

Über all dem lauten Ho-Tschi-Minh-Geschrei stehen nun die Namen von drei ermordeten Ärzten und einer Frau: Elisabetha und Horst-Günter Krainick, Raimund Discher und Alois Alteköster. Ihre Namen stehen neben dem Albert Schweitzers.